Kennst du deinen Lerntypen?

Warum ist es wichtig, seinen Lerntypen zu kennen?

Immer wieder stelle ich fest, dass Menschen superfleißig sind und beim Lernen trotzdem nichts dabei herauskommt.

Das frustriert natürlich und ermuntert nicht gerade dazu weiter zu lernen.

Ganz oft liegt dieses ineffektive Lernen daran, dass die Person ihren Lerntypen nicht kennt und einfach nur so lernt, wie man das halt immer schon gemacht hat. Sie sitzt am Schreibtisch und büffelt.

Das ist für die wenigsten Lerner die richtige Lernform. Schon der Schreibtisch ist für manche gar nicht der geeignete Ort zum Lernen.

Deswegen möchte ich euch heute mal die drei Lerntypen vorstellen, mit denen ich arbeite. Übrigens, für diejenigen, für die lesen nicht das geeignete Mittel der Wahl ist (das erläutere ich gleich genauer): ich habe über dieses Thema schon einen kleinen Film auf YouTube herunter geladen, der für ALLE Lerntypen geeignet ist: https://www.youtube.com/watch?v=qKWHJqyHWvE&t=22s&ab_channel=DanielaHolzLerncoaching.

 

Der Kinästhet

 

Kommt dir eine solche Lernsituation bekannt vor?

Um dich herum herrscht Chaos, dein Schreibtisch ist schon nicht mehr auffindbar und du lernst einfach da, wo du dich wohlfühlst?

Wenn dir das Chaos wirklich gar nichts ausmacht, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass du zumindest einen hohen kinästhetischen Anteil in dir hast.

Ein Kinästhet muss sich beim Lernen in erster Linie wohl fühlen. Diese Lerner sind auch diejenigen, die die größten Schwierigkeiten haben, wenn ihnen ihr Lehrer/Dozent nicht sympathisch ist, weil sie sich dann nicht wohl fühlen.

Überhaupt lernt ein Kinästhet vor allem über seine Gefühle. Auch über die Haptik, das heißt, wenn er die Dinge, die er lernen soll, in irgendeiner Weise anfassen, be-GREIFEN und selbst er-FÜHLEN kann, dann ist der Lernstoff schon so gut wie gelernt. Deswegen ist es gut, wenn kinästhetische Lerner Versuche selbst machen dürfen. Das reine Sehen vorne beim Lehrerversuch oder im Buch kommt in ihrem Gedächtnis bei weitem nicht so gut an wie das, was sie selbst machen.

 

 

Der Lernort muss auch nicht unbedingt der Schreibtisch sein. Orte, an denen sich der Lernende wohl fühlt, sind wichtig. Draußen ist Sommer und du fühlst dich an deinen Schreibtisch gefesselt? Du weißt, du musst lernen, weil nächste Woche eine Prüfung ansteht? Dann mach es doch einfach so:

 

 

Auch das gemeinsame Lernen ist gut für einen Kinästheten. Meist lernt er nicht gerne alleine. Mit anderen kannst du lachen und Spaß haben UND gleichzeitig jede Menge lernen. Außerdem kannst du dich zwischendurch immer mal wieder mit ihnen bewegen.

 

 

Das sollten überhaupt alle, die sich längere Zeit auf etwas konzentrieren müssen, ab und zu einschieben. Für den kinästhetischen Lerntyp ist es essentiell wichtig! Ihm hilft schon während des Unterrichts, wo er ja im Allgemeinen nicht aufstehen darf, ein Knautschball, mit dem er wenigstens die Hände bewegen kann!

 

Der auditive Lerntyp

 

Dieser Lerntyp muss alles hören, was er lernen möchte – auch sich selbst!

Er ist der Lerntyp, der Ordnung und Struktur um sich herum braucht. Hier müssen der Schreibtisch und das Zimmer also aufgeräumt sein, dann lernt er gerne und gut.

 

 

Das heißt nicht, dass ein auditiver Lerntyp immer am Schreibtisch lernen muss. Eine gute Lernmethode ist es, sich entweder selbst Texte auf das Handy zu sprechen oder Hörbücher zu hören. Und das kannst du sogar beim Joggen oder beim Chillen machen. So lernst du ganz nebenher!

 

 

Oft sind auditive Lerntypen sehr lautstärkeempfindlich. Was nicht heißt, dass sie selbst sehr leise sind. Eher im Gegenteil, sie diskutieren gerne und können dabei richtig laut werden.

Die Diskussion mit anderen ist eine tolle Lerntechnik für auditive Lerntypen. Sie hören sich selbst und die anderen, und beides hilft ihnen, den Lernstoff besser zu verstehen und zu behalten. Die anderen Diskussionsteilnehmer sollten dabei genau aufpassen, was sie sagen, denn der auditive Lerner kann ihnen Wochen später noch wortwörtlich wiedergeben, was sie gesagt haben!

 

 

Musik während des Lernens wird vom auditiven Lerner entweder geliebt oder gehasst. Wenn er es liebt, dann sollte es auch zugelassen werden, denn dann hilft es wirklich. Vor allem beim Erlernen einer Sprache sollte sich der Lernende dabei auf Instrumentalmusik beschränken, zwei Sprachen nebeneinander her ist etwas zu viel. Ansonsten ist erlaubt was gefällt. Warum nicht mal Vokabeln rappen?

Übrigens ist auch das Lesen eine auditive Lernform. Mach mal kurz die Augen zu und überleg dir, was du beim Lesen wirklich machst. Und? Richtig – du hörst innerlich eine Stimme, die dir den Text vorliest, jedenfalls bei 99% aller lesenden Menschen. Deswegen wird es zu den auditiven Lernformen gezählt.

 

Der visuelle Lerntyp

 

Dieser Lerntyp lernt über das Sehen. Oft erkennst du ihn schon daran, dass vom Kopf bis zu den Zehenspitzen alles zusammenpasst. Haare, Makeup, Schuhe, einfach alles.

Für diesen Lerntypen muss der Arbeitsplatz schön gestaltet sein, damit er sich an ihm wohl fühlt und er effektiv lernen kann – Ordnung ist hierbei nicht das oberste Kriterium!

 

 

Der visuelle Typ lernt mit allem gut, was er sehen kann. Und es sollte immer ansprechend gestaltet sein. Deswegen helfen ihm z.B. auch selbst erstellte Bilder und Verzierungen im eigenen Heft!

 

 

Sehr hilfreich, weil es schnell, einfach und mit ein bisschen Übung wirklich schön ist, sind hier Sketchnotes. (Infos dazu findest du hier: https://sketchnotes.com/).

Gut bebilderte Bücher sind toll, ebenso Graphiken, Diagramme und Mindmaps. Wichtig auch hier: Sie müssen ansprechend und sinnvoll angelegt sein! (Für das Erstellen einer wirklich sinnvollen Mindmap kannst du dir dieses Video ansehen: https://www.youtube.com/watch?v=9TpD9w3EEiw&t=4s&ab_channel=DanielaHolzLerncoaching)

 

 

Selbst mathematische/physikalische Formeln lernt ein visueller Lerntyp besser, wenn er sich dazu Bilder malt, die zunächst einmal gar nichts mit der Formel zu tun zu haben scheinen. (Das erklärt dieses Video: https://www.youtube.com/watch?v=f0wtfnoD1EA&ab_channel=DanielaHolzLerncoaching)

Dem visuellen Lerntyp reichen im Normalfall die inneren Bilder. Äußere Bilder werden abgespeichert und werden zu inneren Bildern, die jederzeit abrufbar sind. Oftmals macht sich dieser Lerntyp nur innere Bilder zu etwas, das er lernen möchte, und hat sie parat, wenn er sie braucht.

 

Gibt es Lernmethoden für ALLE Lerntypen?

Ja, sehr viele sogar.

Alle Lernmethoden, die mit Geschichten verbunden sind (wie z.B. das oben erwähnte Formeln zeichnen) sind für jeden Lerntyp geeignet.

Dem Kinästheten bleiben die Gefühle in der Geschichte im Gedächtnis, so dass er sie mitsamt den Lerninhalten abrufen kann.

Dem auditiven Lerntypen muss die Geschichte erzählt werden und/oder er muss die Geschichte erzählen. Dann wird er sich fast wortwörtlich an die Geschichte und damit an die Lerninhalte erinnern

Der visuelle Lerntyp macht sich innere oder sogar äußere Bilder zur Geschichte und kann diese vor seinem inneren Auge sehen.

 

Andere Lernmethoden sind nicht für alle geeignet.

Vokabeln hören ohne eine Geschichte dahinter ist nur für den auditiven Lerntyp gut. Der Kinästhet spürt nichts ohne Geschichte und der visuelle Lerntyp kann sich nicht spontan eigenen Bilder machen.

Dafür kann der visuelle Lerntyp ganz leicht das Schrift-BILD im Buch oder in seinem Vokabelheft als inneres Bild abspeichern, was wiederum dem auditiven Lerntypen nicht ohne eine entsprechende Lerntechnik gelingen wird.

Versuche machen ist für den „Macher“, also den Kinästheten, gut.

Der visuelle Lerntyp sollte sich Bilder, Graphiken oder was auch immer zu dem Versuch passt, gestalten, um ihn im Gedächtnis zu behalten.

Dem auditiven Lerntyp bringen Versuche nur etwas, wenn er sich auch darüber unterhalten kann. Ist er zum Schweigen gezwungen, bleibt ihm nur, sich innerlich selbst eine Geschichte dazu zu erzählen. Das geht auch, und ist bei weitem  nicht so reizvoll und damit so effektiv wie sich mit anderen darüber zu unterhalten.

Deswegen sollten die Lernmethoden zum Lerntypen passen!

 

Kann man mehr als einen Lerntypen in sich vereinen?

Ja, du kannst zwei bevorzugte Lernkanäle haben oder sogar in allen drei Kanälen gleich stark ausgeprägt sein.

Das erleichtert das Lernen manchmal, weil auch Lehrer dazu neigen, in ihrem eigenen bevorzugten Kanal zu unterrichten. Das heißt, dass du mit dem Lehrer, der den gleichen bevorzugten Kanal hat wie du, oftmals besser kommunizieren kannst. Zum Glück unterrichten viele Lehrer, unbewusst oder auch heutzutage sehr bewusst, in den verschiedenen Kanälen, um wirklich jedem Schüler gerecht zu werden.

Wichtig und richtig ist: jeder Lernende kann sich sein persönliches Lernumfeld und seine eigenen Lerntechniken so gestalten, dass sie genau zu ihm passen. Dann ist die Form, wie es ihm beigebracht wird, gar nicht mehr so wichtig.

 

Wenn du selbst jetzt neugierig bist, zu welchem Lerntyp du gehörst: Das kann ich mit dir sehr schnell herausfinden. Ohne anschließendes Coaching ist das in einer halben Stunde inklusive ein paar Tipps, worauf du beim Lernen achten solltest, schnell getestet.

Melde dich einfach bei mir (https://holz-lerncoach.de/kontakt/), dann können wir einen Termin dafür ausmachen!

Ich wünsche dir eine schöne Woche,

deine Daniela

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